Wärmepumpen-Umstiegsrechner Österreich 2026

Lohnt sich der Umstieg von Öl, Gas, Pellets, Stromheizung oder Fernwärme auf eine Wärmepumpe? Der Rechner vergleicht die laufenden Kosten und die CO₂-Emissionen und ermittelt Amortisation, Ersparnis über 20 Jahre und Kapitalwert.

Von Florian Sponer Stand:

Erdgas: Jahresverbrauch in kWh laut Gasrechnung.
Bei „Kesseltausch ohnehin fällig“ wird nur die Mehrinvestition gegenüber einer neuen gleichartigen Heizung gerechnet.
Schlüsselfertig inkl. Pufferspeicher, Hydraulik, Demontage der Altanlage und Anpassung der Heizflächen. Luft-Wasser ca. 18.000–32.000 €, Erdwärme ca. 25.000–45.000 €.
Die großen Bundesprogramme („Sanierungsoffensive“, „Sauber Heizen für Alle“) sind Mitte 2026 für Neuanträge ausgelaufen. Landesförderungen und einkommensabhängige Zuschüsse laufen unterschiedlich weiter – aktuellen Stand bei KPC / Klima- und Energiefonds und im Bundesland prüfen.
Annahmen & Expertenwerte
Erdgas: in ct/kWh, all-in inkl. Netz, Abgaben und CO₂-Bepreisung.
Eigener Wärmestrom-/Wärmepumpentarif, meist günstiger als Haushaltsstrom.
Verhältnis Wärme zu Strom übers Jahr. Im Bestand mit Radiatoren real oft 3,0–3,5; mit Fußbodenheizung höher.
Service, Rauchfangkehrer, anteilige Prüfungen.
Strommix Österreich. Wird über die Jahre tendenziell sinken – hier konstant angenommen.

Lohnt sich der Umstieg auf eine Wärmepumpe?

Aus dem Jahresverbrauch der Altanlage errechnet der Rechner über den Nutzungsgrad die tatsächlich benötigte Nutzwärme. Geteilt durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) ergibt das den Strombedarf der Wärmepumpe. Die Ersparnis ist die Differenz der laufenden Kosten – Energie plus Wartung – wobei fossile Energie und Strom mit unterschiedlichen Preissteigerungen fortgeschrieben werden. Aus Investition minus Förderung (im Modus „Kesseltausch“ zusätzlich minus dem Preis einer neuen gleichartigen Heizung) ergibt sich die Mehrinvestition und daraus die Amortisationszeit.

Die Jahresarbeitszahl entscheidet

Die JAZ gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Wärmepumpe je Kilowattstunde Strom übers Jahr liefert. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe erreicht im Altbau mit Radiatoren real oft 3,0–3,5, mit Fußbodenheizung und niedriger Vorlauftemperatur 3,5–4,5. Erdwärme liegt meist bei 4,0–4,5, Grundwasser bei 4,5–5,0. Je höher die JAZ und je größer der Abstand zwischen fossilem Energiepreis und Wärmestrompreis, desto schneller die Amortisation.

Verwendete Standardannahmen (Stand 2026)

AnnahmeStandardwert
Heizöl / Erdgas / Pellets / Stückholz1,10 €/l · 11 ct/kWh · 330 €/t · 95 €/rm
Haushaltsstrom / Wärmestromtarif23 ct/kWh / 20 ct/kWh
Investition schlüsselfertigLuft-Wasser ~24.000 €, Erdwärme ~34.000 € (inkl. USt.)
JahresarbeitszahlLuft 3,3 · Erdreich 4,2 · Grundwasser 4,8
Preissteigerung fossil / Strom4 % / 3 % pro Jahr
Emissionsfaktoren (g CO₂/kWh)Öl 266 · Gas 201 · Pellets 23 · Strommix AT 156
Betrachtungszeitraum20 Jahre, Diskontsatz 3 %

Quellen: Investitions- und Betriebskosten-Bandbreiten österreichischer Installations- und Energieberatungsstellen (2026), Emissionsfaktoren nach Umweltbundesamt, Förderinformationen der Kommunalkredit Public Consulting (KPC) und des Klima- und Energiefonds.

Häufige Fragen

Was ist die Jahresarbeitszahl und warum entscheidet sie alles?
Die JAZ gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Wärmepumpe je Kilowattstunde Strom über das Jahr liefert. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe erreicht im Altbau mit Radiatoren real oft 3,0 bis 3,5, mit Fußbodenheizung 3,5 bis 4,5; Erdwärme liegt bei 4,0 bis 4,5, Grundwasser bei 4,5 bis 5,0. Je höher die JAZ, desto niedriger die Betriebskosten – sie geht direkt als Divisor in den Stromverbrauch ein.
Funktioniert eine Wärmepumpe im unsanierten Altbau?
Ja, aber die nötige Vorlauftemperatur entscheidet über die Wirtschaftlichkeit. Je höher sie sein muss, desto niedriger fällt die Jahresarbeitszahl aus. Ein guter Test vor dem Tausch: die Heizkurve der alten Anlage absenken und prüfen, ob das Haus auch bei 50 °C Vorlauf warm wird. Größere Heizkörper in wenigen Räumen sind oft deutlich billiger als eine Vollsanierung.
Was bedeutet der Modus „Kesseltausch ohnehin fällig“?
In diesem Modus rechnet der Rechner nur die Mehrinvestition gegenüber einer neuen gleichartigen Heizung – nicht die volle Investition. Das ist der ehrliche Vergleich, wenn die alte Anlage ohnehin am Ende ist: Die Alternative ist dann kein Nulltarif, sondern ein neuer Kessel. Die Amortisationszeit wird dadurch deutlich kürzer.
Gibt es noch Förderungen für den Heizungstausch?
Die großen Bundesprogramme „Sanierungsoffensive“ und „Sauber Heizen für Alle“ sind Mitte 2026 für Neuanträge ausgelaufen. Landes- und Gemeindeförderungen bestehen teilweise weiter und unterscheiden sich stark. Tragen Sie im Rechner den Betrag ein, mit dem Sie realistisch rechnen – der voreingestellte Wert ist nur ein Platzhalter.
Rechnet sich der Umstieg auch ohne Photovoltaik?
Meist ja, eine PV-Anlage verbessert die Rechnung aber deutlich, weil sie einen Teil des Wärmepumpenstroms zum Erzeugungspreis statt zum Netzpreis liefert. Am größten ist der Effekt in der Übergangszeit; im Winter, wenn die Wärmepumpe am meisten braucht, liefert die PV am wenigsten. Der PV-Rechner auf dieser Seite nutzt dieselbe Methodik, sodass sich beide Ergebnisse nebeneinanderlegen lassen.

Quellen und weiterführende Links

  • Umweltförderung des Bundes Die Abwicklungsstelle der Bundesförderungen für Heizungstausch und thermische Sanierung, mit dem aktuellen Stand der Fördercalls.
  • klimaaktiv Die Klimaschutzinitiative des Klimaschutzministeriums mit herstellerunabhängigen Planungshilfen für Wärmepumpen.
  • E-Control Tarifkalkulator für Strom und Gas – hier finden Sie den Wärmestromtarif, der Ihre Betriebskosten bestimmt.
  • Klimaschutzministerium Rechtliche Rahmenbedingungen des Heizungstauschs und die Berichte zur Energiepreisentwicklung.
  • Klima- und Energiefonds Bundesweite Programme rund um Heizungstausch, Photovoltaik und Speicher.

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